Fachinformationen
Leitern und Tritte
In allen kirchlichen Einrichtungen werden Leitern in unterschiedlicher Bauart und für verschiedene Tätigkeiten eingesetzt: in der Kirche als Mehrzweckleiter, im Außenbereich als Anlegeleiter, im Reinigungsbereich als Stehleiter oder im Bürobereich als kleine Trittleiter.
Leitern sind oft eine Quelle von Unfällen. Im kirchlichen Bereich sind insbesondere Küsterinnen, Hausmeister und Ehrenamtliche betroffen. Über 90 % der gemeldeten Unfälle entstehen durch falsche Handhabung der Leitern und Tritte.
Vor dem Einsatz einer Leiter muss geklärt werden, ob es für die auszuführende Tätigkeit eine sichere Alternative gibt, z. B. ein fahrbares Gerüst.
Leitern dürfen nur genutzt werden, wenn aufgrund der geringen Gefährdung und der geringen Verwendungsdauer der Einsatz anderer, sichererer Arbeitsmittel nicht verhältnismäßig ist und die Gefährdungsbeurteilung ergibt, dass die Arbeiten sicher durchgeführt werden können.
Die EFAS klärt in ihrer Informationsbroschüre „Leitern und Tritte – Sicher rauf und wieder runter“ über den Einsatz, die Auswahl und die Funktions- und Sichtprüfung einer Leiter auf.
Leitern als Arbeitsplatz und Verkehrsweg
Die Besonderheit einer Leiter ist, dass sie sowohl als zeitweilig höher gelegener Arbeitsplatz als auch als vorrübergehender oder dauerhafter Verkehrsweg eingesetzt werden kann.
Werden Tätigkeiten in größeren Höhen mittels einer Leiter ausgeführt, gilt die Leiter als Arbeitsplatz. Werden Leitern benutzt, um auf höher gelegene Arbeitsplätze zu gelangen, werden sie wie ein Verkehrsweg genutzt. Dies trifft z. B. zu, wenn von der Leiter auf ein Dach gestiegen wird oder im Kirchturm verschiedene Ebenen mit feststehenden Leitern überwunden werden müssen.
Die EFAS hat in der Reihe „EFAS informiert“ die Besonderheiten der Leiter als Arbeitsplatz und als Verkehrsweg zusammengefasst und in schematischen Grafiken dargestellt, was bei der jeweiligen Nutzung zu beachten ist. Die Informationen können zur Unterweisung von Mitarbeitenden eingesetzt werden.
Die richtige Auswahl und der richtige Einsatz von Leitern wird in der EFAS-Broschüre „Leitern und Tritte“ erklärt.
Die Leiter als Arbeitsplatz und Verkehrsweg. Was dabei zu beachten ist, wird in diesem EFAS informiert anschaulich erläutert.
Qualifikation zum Leiterprüfen
Damit die Leitern nicht zur Unfallquelle werden, müssen sie regelmäßig durch eine fachkundige Person überprüft werden. Mit dem Onlinetraining „Leitern und Tritte: Grundlagen und Prüfung“ der Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik (BGHW) ist es möglich, diese Fachkunde einfach und kostenlos zu erwerben.
Das webbasierte Training vermittelt in vier Kapiteln Kenntnisse zu gesetzlichen Regelungen, Leiterarten und -zubehör, Umgang mit Höhen, Kennzeichnung von Leitern und Leiterprüfungen. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Nutzenden ein Zertifikat. Damit sind sie qualifiziert, tragbare Leitern und Tritte zu prüfen.
Mit der BGHW-App „Leiter-Check“ können die Leiterprüfungen digital durchgeführt und dokumentiert werden. Dabei führt die App schrittweise durch die für die jeweilige Leiter relevanten Prüfpunkte. Mögliche Mängel können festgehalten werden. Für die Verwendung der App ist eine kostenlose Registrierung bei der BGHW sowie die erfolgreiche Teilnahme am oben beschriebenen Onlinetraining erforderlich.